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spinnen. knoten. verbinden: wucherungen.txt 2017 // Winter

Drittens: Werden

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»my form is myself «

__LESUNG__DISKUSSION__

Wucherung ist für uns urwüchsige Gestaltwerdung, operable Ontologie, Prozess und emergierende Bedeutung anstatt fester Determinationen oder stehender Festschreibungen. Chris Kraus ist für uns Formsuche, Erschreiben statt (Be-)Schreiben und Infragestellung von normativen Kommunikationsmodellen, die voraussetzen statt zu erzeugen. Über diese Verschränkung schreibt sich Chris Kraus fast zwangsläufig in unser Jahresprogramm ein und drängt sich dem, der den Pfad entlang der kleinen Häuschen mit bunten Fensterläden bis zum Wiesenstück – das Ort von Nicht-Ort trennt – folgt im Wagen des Wuchernden förmlich auf.

Im Rahmen des wucherungen.txt 2017 veranstaltet der LitArt | Thüringen e. V. in Kooperation mit der DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis Weimar eine Lesung und Diskussion:
»my form is myself«
mit der US-amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Theoretikerin Chris Kraus in Weimar.

Drittens: Werden.
Montag, 28.08.2017
20 Uhr
im Saalcafé des mon ami, Weimar

Erstens: Flechten

VerNETZt flechten

04.05.2107 ab 20Uhr – Altes Flechtwerk Erfurt:  Flechttechnik, Erfurt

Erstens Flechten_txt 2017

 

Lesung und Offene Bühne

mit u.a. Stefan Petermann und Peter Neumann  

und der Aktionsgruppe Eskapismus

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in Kooperation mit FÖN in RESIDENCE

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*** WIR FLECHTEN ***
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zusammen mit Peter Neumann und Stefan Petermann, der Aktionsgruppe Eskapismus und Gäste,
in Kooperation mit FÖN und gut
 
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*** UND FÄDELN AUS ***
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mit einer Offenen Bühne
 
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***UNTERSICHT***
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Gemäß des wuchernden Flechtens, der sich verflechtenden Wucherung, einer fädelnden Wucherung, die Teil I unserers Jahresthemas darstellt, wächst sich das .txt 2017, gelöst von einem starren Wochenende, übers Jahr aus. Als Auftakt – der, folgt man der Logik des Rhizoms kein! Anfangspunkt sein kann – fokussieren wir mit „Erstens: Flechten“ die meshwork-artige Literaturlandschaft Thüringens als Feld der Relationen und sich verwandernden Pfade. Keine feststehenden und festgeschriebenen Punkte der (Übersichts-)Karte, sondern Fortlauf, Transformation sowie Potential.
 
Dafür kulminieren knotig auf der Bühne Freude des Hauses wie Peter Neumann, Stefan Petermann und die Aktionsgruppe Eskapismus mit dem Unerwartbaren, der ultimativen Kontingenz einer Offenen Bühne.
Ihr, wir und die Bühne: Geflecht in Emergenz. Kommt und bleibt Teil!
 
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***ÜBERSICHT***
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Stefan Petermann:
Stefan Petermann wurde 1978 in Werdau geboren und lebt in Weimar. Er studierte an der Bauhaus Universität in Weimar. 2009 veröffenlichte er seinen Debütroman „Der Schlaf und das Flüstern“ und seither weitere Romane und Erzählbände. Petermann wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Publikumspreis beim 14. MDR Literaturwettbewerb. Er erhielt das Autorenstipendium des Landes Thüringen, das Stipendium des Literaturhauses Bremen und ist Mitbegründer des Filmkollektivs 1meter60 Film.
 
Peter Neumann:
Peter Neumann studierte Philosophie, Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Jena und Kopenhagen. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Philosophie mit Schwerpunkt auf dem Gebiet des deutschen Idealismus in Jena. Als Lyriker gewann er zahlreiche Auszeichnungen, so 2008 den Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerb der Stadt Erfurt sowie 2008 und 2009 den Förderpreis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen. 2012 erhielt Neumann ein Arbeitsstipendium des Freistaates Thüringen für seine literarischen Arbeiten. Er ist Mitorganisator der Unabhängigen Lesereihe „In guter Nachbarschaft“ in Erfurt, Jena und Weimar.
 
Aktionsgruppe Eskapismus:
Die Aktionsgruppe Eskapismus wurde von den Initiatoren Antje Lampe, Frederic Schulz und Christoph Große (Fuchstraum) gegründet, als ein aktives Netzwerk Thüringer Künstler.
 
Jeder, der schreibt, ist ein Eskapist, denn er entflieht der Welt und sei es nur, indem er sie transformiert. Die Flucht in die Worte auf Papier und Bildschirm ist es, was uns eint. Hier können wir neue Welten erschaffen, oder die bestehende spiegeln. In diesem Rückzug erfahren wir uns selbst.
 
zu Gast:
veygn
My music is like weather in april. It’s spitting out feelings – sunny, sad,heavy, pure…always honest.
 
veygn is like a relationship, where you give each other the space to be exactly who one wants to be and let it grow.
 
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*** MÖGLICHKEITSBEDINGUNG***
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Eine Veranstaltung des Kulturrausch e.V. und LitArt Thüringen e.V. im Rahmen des .txt Festivals 2017
mit freundlicher Unterstützung der Kulturdirektion der Stadt Erfurt sowie der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen

WUCHERUNGEN.txt

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Es wuchert. Allerorten. So als Grundkonstante – dass da was ist, was da eigentlich nicht sein soll. Da hat man was übersehen, ein Körnchen, einen Grashalm, und schon ist da Urwald, wo Straßenpflaster hingehört. Aus dem Beton schießende Löwenzahnstängel haben wir seit Kindheitstagen schätzen gelernt, noch ehe wir vom Rhizom hörten: Lust (an) der Wildnis, dem grauen deutschen Ordnungsgeist entgegengesetzt. Daran können weder die Überbleibsel der ironisch-provokanten Beton-Sakralität der No-Future-Generation etwas ändern noch die unschönen Wucherungen, die selbst Peter Lustig gerne beschneiden würde wie Nachbar Paschulke seinen Rasen: Metastasen und Psychosen.

Nachdem sich das txt-Festival im letzten Juni an der Unlesbarkeit abarbeitete – und damit auch an Texten, von denen zu wenig da ist, Ungeschriebenes, Ausgedachtes, Fragmentarisches – beschäftigt es sich in diesem Jahr mit Texten, von denen es, scheinbar, zu viel gibt: Texte, die sich nicht an die Normen halten, die Lesegewohnheit und Verlagsökonomien setzen, die inhaltlich und stilistisch einfach immer weiter wachsen, ohne bloß barock überbordend zu sein: Wucherungen.

Wuchernde Texte sind solche, bei denen der Text zu übernehmen scheint, der*die Autor*in als Gärtner*in noch schnibbeln kann, aber scheinbar ein wenig die Kontrolle verloren hat über das, was in der Sprache sich tut, bei denen die Schreibenden sich willfährig dem Spiel der Worte hingeben und ihrem Drang, sich selbst immer weiter zu erzählen.

Natürlich schlagen die Vereine Kulturrausch und Lit|Art Thüringen damit wieder in eine ähnliche Kerbe wie zuletzt – Grenzregionen der Literatur statt den erzählerischen Mainstream nach Erfurt zu bringen. Selbst die Helden sind gleich geblieben: Die im letzten Jahr eingeladenen Dietmar Dath und Alban Nikolai Herbst könnten mit ihrem wuchernden Werk auch diesmal wieder dabei sein – Herbsts ‚Anderswelt‘-Blog nennt sich nicht umsonst: ‚Dschungel‘ – und auch die stillen Gestalten im Hintergrund, die post-narrativen Toten Proust, Wallace, Bolaño, könnten dem hier beschworenen Genre ‚wuchernde Literatur‘ wenig riskant zugeordnet werden.

César Aira. Eine Reise in die argentinische Pampa.

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Eine Reise in die argentinische Pampa. Akrobatik, aberwitzige Sprünge, Plots, die das scheinbar einmal aufgenommene Genre sprengen und den Leser aus der vorerst eingerichteten Gemütlichkeit des Lesestroms herauskatapultieren, um diesen mit Rätseln und Unvorstellbarkeiten auf bezaubernde Weise zu faszinieren. An der Tradition einer lateinamerikanischen Literatur, die häufig unter dem Schlüsselbegriff des magischen Realismus zusammengefasst wird, arbeitet sich auch der wohl raffinierteste lateinamerikanische Autor der Gegenwart, César Aira, ab. Seine Romane und Novellen sind immer wieder abschreitbare Labyrinthe, in denen sich nicht nur der eigentliche Plot in unvorhersehbaren Wegen verwindet. Auch die besiedelten Räume, die auftretenden Personen schlagen aus, winden sich im phantastischen Hohlraum zwischen Fakt und Fiktion und lassen somit immer neue Konfigurationen entstehen, die in der Dichte des Immermöglichen wuchern.

Der Workshop und die Lesung widmen sich in Anwesenheit des Autors und des Romanisten Prof. Dr. Jörg Dünne den beiden Neuerscheinungen »Eine kurze Episode im Leben eines Landschaftsmalers« und »Duchamp in Mexiko« in der Bibliothek César Aira bei Matthes & Seitz.

Eine Veranstaltung des Literaturfestival Erfurt in Kooperation mit der Universität Erfurt, dem Studentenwerk Thüringen und dem Kunsthaus Erfurt.

Weitere Informationen unter:  www.txt-festival.org

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Die Pampa als literarischer Raum. Reading-Workshop, geleitet durch Prof. Dr. Jörg Dünne.

19.09.2016 von 14 – 17 Uhr

Uni Campus Nordhäuser Straße: LG 4 / D07

Voranmeldung unter: max.walther@uni-erfurt.de

Teilnahme kostenlos.

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César Aira. Eine Reise in die argentinische Pampa: Lesung und Gespräch.

19.09.2016 um 20 Uhr im Kunsthaus Erfurt, Michaelisstraße 34.

6€, ermäßigt 4€

weitere Informationen:

Der Roman »Eine kurze Episode im Leben eines Landschaftsmalers« erscheint Ende Juli bei Matthes & Seitz Berlin: Der Augsburger Maler Johann Moritz Rugendas erreicht 1831 zusammen mit Alexander von Humboldt Lateinamerika. Als Landschafts- und Naturmaler soll er die Forschungen des Entdeckers durch Illustrationen unterstützen. Auf dem Weg von Chile nach Buenos Aires passieren sie einen unheimlich anmutenden Landstrich, bald zieht ein nachtschwarzes Gewitter auf und entlädt sich über ihnen. Rugendas wird vom Blitz getroffen. Er überlebt, doch er verfängt sich im Steigbügel und das erschreckte Pferd bricht aus und schleift ihn mit sich. Auch diese Tortur überlebt er, aber sein Gesicht wird aufs Fürchterlichste entstellt. Von nun an im Morphiumrausch, um die Schmerzen zu ertragen, malt er Bilder von atemberau-bender Wucht. Auf seiner Jagd nach immer spektakuläreren Motiven wagt er sich eines Tages ins Zentrum eines echten Indianer überfalls, doch diesmal scheint seine Obsession zu weit zu gehen.

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»Duchamp in Mexiko« erscheint ebenfalls Ende Juli bei Matthes & Seitz Berlin und versammelt drei zentrale Essays César Airas, die ihn erstmals nicht nur als genialen Autor von Novellen und Romanen zeigen, sondern ihm die Möglichkeit geben, sein eigenständiges und stilistisch virtuoses Nachdenken über Kunst und Literatur zu entdecken. Ausgehend von Marcel Duchamp über de Chirico bis Lezama Lima entwickelt Aira in den Texten eine eigene Theorie der modernen Kunst und reicht dem Leser unter der Hand zudem einen Schlüssel für seine eigenen Texte. Mit Duchamp in Mexiko überführt César Aira die Avantgarde nun auch konzeptionell ins neue Jahrhundert.

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César Aira, geboren 1949 in Coronel Pringles, veröffentlichte bisher über 80 Bücher: Romane, Novellen, Geschichten und Essays. Darüber hinaus übersetzt er aus dem Englischen, Französischen und Portugiesischen und lehrt an den Hochschulen von Rosario und Buenos Aires, wo er heute lebt. Aira gilt als einer der wichtigsten lateinamerikanischen Autoren der Gegenwart – und als ihr raffiniertester. Seine Texte überraschen durch Genresprünge, aberwitzige und riskante Erzählkonstruktionen und Plots.

Literatur: Michael Fehr – Kurz vor der Erlösung

von Jan Walkowiak

„In der ‚edition spoken script‘ erscheinen Texte, die zunächst fürs Vortragen geschrieben wurden oder sich am mündlichen Erzählen orientieren. […] Gemeinsam ist den AutorInnen und Texten eine ausgesprochene Sensibilität fürs Mündliche, für Rhythmus und Musikalität der Sprache – für die Performance im Wort.“ (aus dem Klappentext)

Was hat man nun mit diesem Buch vor sich? Gedichte? Geschichten? Sätze?

Die Antwort ist einfach: alles.

Der Band ist mit dem Zusatz „Siebzehn Sätze“ versehen. Fehr verzichtet jedoch auf jegliche Interpunktion. Nicht der grammatikalische Satz scheint somit vordergründig gemeint zu sein – außer vielleicht als Sinneinheit -, eher der musikalische Satz als geschlossener Teil einer mehrteiligen Komposition, sowie der Satz als Sprung, der nötig ist um an die jeweiligen Orte der gleichzeitig stattfindenden Momentaufnahmen zu gelangen.

Die einzelnen „Sätze“ erzählen von einem Bauern, der ein Zigeunerpaar in seiner Scheune bei der Geburt eines Kindes aufstöbert; von drei Königen, die sich, einem Stern folgend, auf Reittieren durch ihre Wüsten begeben; aber auch von einem Jäger „im lodeligen/ also lotterigen/ lützelen/ also wackeligen/ wankenden/ schwankenden/ schaukelnden/ knarrenden/ knarzenden/ gierenden Hochstand“; von einem „scheinbaren Fischer und wirklichen Säufer“ am nächtlichen, eisigen Strome; von einer „antipopulären und extraordinären Musikgruppe“ in den Überresten einer alten Tankstelle und einer „ordinären und populären Musikgruppe“ im Fernsehstudio; von einem Männerchor „rund um den speckschwartigen/ also speckschwartenartigen Stammtisch“ einer altertümlichen Gaststube; sowie von einem sterbenden Soldaten der königlichen Kriegsarmee.

Verbunden sind diese (und weitere) Geschichten nicht lediglich durch ihre Gleichzeitigkeit des Geschehens am Heiligabend, sondern auch durch Variationen verschiedener Motive. Die offensichtlichste und direkteste Verbindung besteht im Vernehmen von Glockengeläut am Ende der einzelnen „Sätze“, sowie dem gemeinsamen „Melodieren und Modulieren“ des (H)Alleluja.

Nun aber vom WAS zum Wie, vom Erzählten zur Art und Weise des Erzählens. Genau genommen ist Michael Fehr kein Schrift-Steller, kein Schrift-Setzer, sondern ein Schrift-Sprecher. Auf Grund einer starken Beeinträchtigung seines Sehvermögens diktiert er seine Texte in ein Aufnahmeprogramm. Diese Oralität ist spürbar im Prozess des Lesens. Fehrs Spiel mit Lauten und Bedeutungen regt die Stimme im Kopf des Lesers an, sein Rhythmus reißt mit, lässt sowohl fließen als auch stolpern, finden und verlieren. Immer wieder gerät der Leser in schlaufenartige Ausdifferenzierungen bestimmter Details. Seine Sprache ist visuell und plastisch, seine Sprachgebilde geradezu haptisch.

Fehr - Kurz vor der Erlösung - Cover (1)

 

Michael Fehr: Kurz vor der Erlösung (2013)

Der gesunde Menschenversand

edition spoken script

ISBN 978-3-905825-51-0

Call for Participation: Live-Illustration, 2.7.2015

Liebe Kreative,

für die Premiere eines neuen Formats der Lyrik-Präsentation am 02.07.2015 in Erfurt sucht der LitArt|Thüringen aus Euren Reihen

2 Live-Illustrator*innen

Wir bieten: €50 Fixgage + Erlös aus Spenden

Wir erbitten: Eine kurze Selbstbeschreibung, aus der eure Beziehung zu zeitgenössischer Lyrik hervorgeht sowie eure Erfahrung mit / die geplante Herangehensweise an die Live-Illustration, dazu eine knapp gehaltene digitale Mappe mit Beispiel-Illustrationen/Zeichnungen/Malerei an folgende

Kontaktadresse: info@literaturfestival-erfurt.de

Deadline für Einreichungen ist der 31.05.2015

Wir freuen uns auf zahlreiche Einsendungen und eine tolle Veranstaltung im Sommer in Erfurt! Bei Fragen, Kritik, Anmerkungsbedarf schickt gerne eine Mail an Steffen Greiner: steffen.greiner@literaturfestival-erfurt.de!